Arthrofibrose im künstlichen Kniegelenk
Nach einer Knieoperation entsteht oftmals eine Arthrofibrose, eine Überproduktion des Narbengewebes, was zu einer Verklebung des Gelenks und zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen kann.
Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?
Viele Patienten mit einem künstlichen Kniegelenk beschreiben, dass Sie im Laufe der Zeit das Kniegelenk immer weniger gut beugen können, was zu Einschränkungen im Alltag führt. Mit der Zeit kommen auch bewegungs- und belastungsabhängige Schmerzen hinzu. Diese schmerzhafte Bewegungseinschränkung ist eine häufige Komplikation, die nach einer Knieoperation auftreten kann. Ursache dieser Symptome ist die Arthrofibrose: Eine Verklebung des Gelenkes durch übermässige Produktion von Narbengewebe. Das passiert häufig nach dem Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks oder auch nach einer Rekonstruktion des vorderen Kreuzbandes. Durch diese gestörte und übermässige Bindegewebsvermehrung mit entsprechender Bildung von Narbensträngen im Kniegelenk kommt es zur schmerzhaften Bewegungseinschränkung sowie Geräuschen im Gelenk. Im schlimmsten Fall kann die Arthrofibrose das Gelenk versteifen.
Warum entsteht eine Arthrosefibrose?
Die Bindegewebszellen, sogenannte Fibroblasten, werden durch mechanischen sowie emotionalen Stress (Stresshormone) aktiviert, was nach einer Knieoperation der Fall sein kann. Durch diesen Stress kann es zu einer erhöhten Aktivierung der Bindegewebszellen kommen, welche als Schutzmechanismus vermehrt Bindegewebe produzieren. Die daraus resultierende gestörte und hyperaktive Wundheilung führt zu einer Bewegungseinschränkung des Gelenkes, welche bei den meisten Betroffen auch sehr schmerzhaft ist. Diese Überaktivierung der Bindegewebezelle ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich.
Für eine Arthrofibrose nach einem operativen Eingriff im Kniegelenk gibt es viele mögliche Ursachen:
- Instabilität der Knieprothese bei zu lockeren Seitenbändern (führt zu Einknicken und Gangunsicherheit)
- Fehlstellung der Knieprothese
- Zu gross gewählte Knieprothese
- Nicht optimaler Lauf der Kniescheiben
- Arthrose hinter den Kniescheiben
- Einblutung ins Gelenk
- Allergien gegen das künstliche Gelenk / Zement
- Infektionen
Welche Therapien stehen zur Verfügung?
Eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung des Kniegelenkes, die sich im Laufe der Zeit verschlechtert, muss von einem Kniespezialisten untersucht werden. Es müssen auch bildgebende Untersuchungen durchgeführt werden, wie z.B. Röntgen, MRT, Ganzbeinaufnahme usw. Anhand diesen Ergebnissen kann eine individuelle Therapie bestimmt werden.
Ein mechanisches Problem als Ursache der Arthrofibrose (z.B. eine Fehlstellung) sollte operativ behoben werden, um den mechanischen Stress auszuschalten. Die Physiotherapieübungen sollten sanft sein, ganz gemäss dem Motto: weniger ist mehr. Schmerzhafte Dehnungen oder übertriebene Übungen sollten unbedingt vermieden werden, weil dadurch noch mehr Stresshormone freigesetzt werden (Substanz P), welche eine erneute Verklebungstendenz der Arthrofibrose fördern.
Ebenso sollte ein emotionaler Stress vermieden werden, da das operierte Kniegelenk bei gewissen Personen wie ein Spiegel der Seele sein kann. Zusätzlich müssen alle Patienten zu Beginn entzündungshemmende Medikamente einnehmen.
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PD Dr. med. Andreas L. Oberholzer ist ausgewiesener Experte für Kniebeschwerden und verfügt über grosse Erfahrung auf dem Gebiet des künstlichen Kniegelenks und alternativen Behandlungsmethoden.
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PD Dr. med. Andreas L. Oberholzer
Facharzt FMH für Orthopädie und Unfallchirurgie. Spezialgebiete: Knie-, Hüft- und Fusschirurgie.